Kirchspiel Fleisbach-Merkenbach
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Manna 2012

Manna

 

Brot, das vom Himmel fällt.

Es gibt Erklärungen.

Keine überzeugt ganz.

 

Aber so viel steht fest:

Man kann Manna nicht aufheben.

 

Es soll Menschen geben, die sich darüber wundern.

 

Aber:

Man kann Hoffnung nicht einfrieren.

Man kann Mut nicht einkellern.

 

Was denkst du: Wozu taugt getrocknete Liebe?

 

Und was taugt ein gut abgehangener Glaube?

Er hängt nutzlos herum.

 

Es soll Menschen geben, die das wundert.

 

Der große Mut von Vorgestern hat mir nicht geholfen,

als heute Nacht die vielen kleinen Ängste in meinen Gedanken Nester bauten.

 

Aber heute am Morgen ist neues Manna gefallen,

und ich habe mich wieder satt gegessen.

 

Und mir reicht, dass Gott weiß, was Manna ist.

 

(B E. Hagen)

Zu jener Zeit fing ich an ...

Zu jener Zeit fing man an, den Namen Gottes anzurufen. 1. Mose 4, 26b

 

Irgendwann fing ich an.

Irgendwann, als noch die Mutter mir die Hände faltete,

sagte ich "Gott" und wusste nicht, was das meinte. 

 

Irgendwann entwuchs ich der Sorge der Mutter

und begann meinen eigenen Weg.

 

Da war ich voll Mut und voller Vertrau'n in das Leben.

Da war noch nichts von der Resignation, die sie so klug Weisheit nennen.

Da probierte ich aus, ob das geht: ein Leben mit Gott.

Da habe ich selbst die Hände gefaltet oder auch nicht.

 

Tausend Namen habe ich Gott gegeben

seitdem.

Tausendmal gemeint, dieser Name, der wäre es jetzt,

der würde ihn fassen,

wäre schon Teil seiner Antwort an mich.

 

Aber irgendwann wurde jeder neue Name müde auf meiner Zunge.

 

Ich bin meine eigenen Wege gegangen,

lange Wege und immer weiter.

 

Am Schluss bin ich meiner Wege gegangen.

 

Aber irgendwann fing ich an …

Irgendwann fing ich wieder an, Gott, deinen Namen zu rufen.

Und dann, irgendwann

wusste ich wieder, was ich immer schon wusste:

 

Du hast mich bei meinem Namen gerufen. Ich bin dein.

 

 

Verfasser möchte nicht genannt werden. Er ist der Redaktion bekannt

Zum 31. 10. 2017:

 

Ein feste Burg

 

Ein feste Burg ist unser Gott.

So geh ich unverdrossen

Durch meiner Tage Kampf und Trott

Ganz ohne Wehr und Waffen.

Und wenn es der Feind

Auch ernst mit uns meint

Mach ich mir nichts draus

Geh weiter gradaus.

Das Reich muss uns doch bleiben.

 

B. E. Hagen

Theologie und Glaube

Theologie heißt zwar auf Deutsch „Gotteskunde“ oder „Gotteslehre“. Der Gegenstand ihres wissenschaftlichen Arbeitens ist aber nicht Gott. Das ist eine Tatsache, über die zu diskutieren sinnlos ist. Die Theologie selbst hat ein für alle mal erwiesen, dass ihre Methoden Gott selbst nicht erkennen oder beschreiben können. Die Theologie als Wissenschaft weiß nichts von Gott.

 

Gegenstand theologischen Arbeitens sind Glaubenszeugnisse, also Berichte von Menschen über ihre Erfahrungen mit Gott, darüber, wie sie Gott erlebt haben oder wie sie ihr Leben als an Gott glaubende Menschen gelebt und verstanden haben

 

Für uns als Christen ist die Hauptquelle solcher Erfahrungsberichte die Bibel, insbesondere das Neue Testament.

 

Wissenschaftlich an solchen Berichten zu arbeiten, heißt: Die Theologie prüft diese Berichte mit allen bekannten wissenschaftlichen Methoden ohne Voraussetzungen oder gar Vorurteile außer der einen Grundannahme, dass solche Erfahrungen Gottes möglich sind.

Wenn diese Voraussetzung nicht gemacht wird, ist nicht Theologie am Werk sondern Religionswissenschaft. Und wenn nicht streng wissenschaftlich gearbeitet wird, ist weder Theologie noch Religionswissenschaft am Werk. Auch wenn manche ihr frommes Geschwätz Theologie nennen, wird es davon nicht Theologie sondern bleibt Geschwätz.

 

Theologie ist also ein Zweig der Religionswissenschaft. Und ein Theologe muss immer auch Religionswissenschaftler sein, um seine Arbeit richtig tun zu können.

 

Auch deshalb ist das wichtigste Fach des Theologiestudiums die Apologetik, also die Auseinandersetzung mit anderen Religionen und Weltanschauungen aber insbesondere die Auseinandersetzung mit den „weltlichen“ Wissenschaften und den Auswirkungen ihrer Entdeckungen und Weiterentwicklungen auf das Verständnis der Welt und der Wirklichkeit.

Es ist grundlegende Aufgabe der Theologie, die Gotteserfahrungen der Gläubigen mit dem Wissen der Welt in Beziehung zu setzen.

Dabei darf die Theologie oder Religionswissenschaft sich nicht beeindrucken lassen von der sich von Amerika aus immer weiter verbreitenden Ansicht, Zählen und Messen sei schon Wissenschaft. Ebenso ist ein Wirklichkeitsbegriff, der nur als wirklich beschreibt, was messbar ist, unzureichend und streng gesehen auch unwissenschaftlich.

 

Der Glaube, die religiöse Lebenspraxis, ist Daseinsdeutung unter der Voraussetzung, dass Gott eine erlebbare und erfahrbare Wirklichkeit ist. Der Glaube macht Erfahrungen. Und der Glaube erkennt diese Lebenserfahrungen als Erfahrungen Gottes. Der Glaube hat also im Gegensatz zur Theologie Gotteserkenntnis oder glaubt zumindest, Gotteserkenntnis zu besitzen. Da aber auch der Glaube Gott nicht beschreiben kann, benutzt er notwendigerweise, um sich zu kommunizieren, Symbole: Worte, Bilder, Geschichten, Rituale etc.

Wenn der Glaube aber beginnt, diese Kommunikationshilfen als Wahrheit zu verstehen, und sie zu Normen der Rechtgläubigkeit macht, wird er zum Aberglauben.

(Interessanterweise nehmen gerade auch die Leugner Gottes oft diese Symbole in gleicher unverantwortbarer Naivität wörtlich und sind dann auch noch stolz, wenn sie die Absurdität dieser Naivitäten aufzeigen können. Man kann schlecht mit ihnen diskutieren, weil man ihnen zunächst einmal ihre eigene Beschränktheit klar machen müsste.)

 

Die Theologie prüft die Symbole und Kommunikationshilfen des Glaubens auf ihre Tragfähigkeit und Plausibilität, stellt sie in den Gesamtzusammenhang kirchlicher Lehre, warnt vor Fehlentwicklungen und Gefahren und schlägt dem Gauben solche Symbole zur Verwendung vor.

 

Glaube und Theologie brauchen einander.

Für den Pfarrer/die Pfarrerin ist es aber unbedingt notwendig, sie voneinander zu unterscheiden und bei der täglichen Arbeit immer zu wissen, ob sie/er gerade als Theologe/in oder als Glaubende/r oder als Beides handelt.

Die Menschen befragen und fordern sie/ihn auch in diesen beiden verschiedenen (und noch mehr) Rollen.

 

In der Vorbereitung der Gottesdienste, Bibelstunden, Unterrichtsstunden, Seelsorgebesuchung und vor allem in ihrer Nachbereitung bin ich überwiegend Theologe. Im Vollzug bin ich aber glaubender Bruder.

 

In allen Gesprächen muss ich wissen, wann mein Gegenüber von mir ein theologisches Gutachten will und braucht und wann das gemeinsame geschwisterliche Gebet.

 

Dass meine Predigt theologisch richtig ist, macht sie noch lange nicht zu einer guten und der Situation angemessenen Predigt.

Aber es unterscheidet uns von Sekten und Freikirchen, dass wir auch da, wo wir Glauben teilen und als glaubende Geschwister sprechen, nichts sagen, was wir nicht theologisch verantworten können.

 

Die Theologie bewahrt den Glauben davor, banal zu werden und das wirkliche Leben und seine Bedingungen zu verleugnen.

 

Der Glaube schenkt dem Theologen/der Theologin Ahnung der Ewigkeit.

 

Und diese Ahnung und Hoffnung weiterzusagen und sie im täglichen Leben lebendig werden zu lassen, heißt, als Christ zu leben.

Und dass wir das tun als Gemeinde und als Einzelne, dazu helfe uns der, der uns Vater und Bruder und Tröster ist!

B. E. Hagen

 

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