Kirchspiel Fleisbach-Merkenbach
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Kirchspiel Fleisbach-Merkenbach
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Predigten aus unseren Gottesdiensten

Predigt zum Letzten Sonntag nach Epiphanias 2015, Matthäus 17, 1-9, Pfrin. Brigitte Hagen
Letzter Sonntag nach Epipanias, Mt 17 1-[...]
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Predigt zum Sonntag Oculi 2014, 1. Könige 19, 1-8, Dr. Wolfgang Wörner
Predigt Merkenbach u Fleisbach 23 03 20[...]
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Predigt zum Letzten Sonntag nach Epiphanias 2014, 2. Petrus 1, 16-19, Pfarrerin Brigitte Hagen
Predigt zum Letzten Sonntag nach dem Epi[...]
PDF-Dokument [20.3 KB]
Predigt zum Sonntag nach dem Epiphaniasfest 2014, Jesaja 42, 1-4, Pfrin. Br. Hagen
Predigt zum 1. Sonntag nach Epiphanisa, [...]
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Predigt zum 2. Advent, 8. 12. 2013, Offenbarung 3, 7-13; Pfarrerin Brigitte Hagen
Predigt zum 2. Advent über Offb. 3, 7-13[...]
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Predigt zum drittletzten Sonntag im Kirchenjahr, 10. 11. 2013, Lukas 18, 1-8, Pfarrerin Bettina Marloth-Claaß
Lk 18, 1-8 Die bittende Witwe.pdf
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Predigt zum Reformationsfestsonntag, 3. 11. 2013, Jesaja 62, 6+7+10-12, Pfarrerin Brigitte Hagen
Predigt zum Reformationsfest 2013.pdf
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Predigt zum 21. Sonntag n. Trinitatis, 20. 10. 2013, Pfrin. Brigitte Hagen
Predigt vom 20. 10. 2013.pdf
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Predigt zum 125. Geburtstag unserer Kirche in Fleisbach

22. September 2013

Liebe Schwestern und Brüder,

als unsere Kirche vor 125 Jahren am frühen Nachmittag des 23. Septembers 1888 bei herrlichem Herbstwetter mit einem festlichen Gottesdienst eingeweiht wurde, waren aus Fleisbach und den umliegenden Orten rund tausend Menschen zusammen gekommen.

So ist es in der Chronik zu lesen. Viele mussten vor der Kirchentür bleiben.

 

Damals stand die Kirche über dem Dorf. Heute steht sie eher mitten drin.

So ist Fleisbach gewachsen. Aber ob wir heute zu einer Veranstaltung tausend Leute locken könnten, das weiß ich nicht. Zu viel wird heute veranstaltet und zu sehr konzentrieren sich Menschen auf sich selbst. Viele nehmen kaum am Leben ihres Dorfes teil.

Und wenn heute auch rund 1200 Menschen in Fleisbach unserer Kirchengemeinde angehören, macht ja doch nur eine Minderheit auch von ihrem Glauben Gebrauch.

 

Die neue Kirche galt als eine Zierde der ganzen Gegend. Zumindest schrieb das Pfarrer von Oven in die Chronik und schrieb auch seinen Wunsch dazu, dass auch die Gemeinde, die sich in der Kirche versammelt, eine Zierde der Gegend werden möge.

Dazu sage ich nichts. Da mag sich jeder sein Teil denken.

 

Was bedeutet die Kirche uns heute?

Unwichtig ist sie den Menschen in Fleisbach nicht. Das haben wir bei der letzten Renovierung gemerkt, als wir ein paar Kleinigkeiten im Gebälk reparieren lassen wollten und dann merkten, dass der Turm uns schon fast einstürzen wollte. Viele haben gespendet. Einige hätten gern selbst angefasst. Und längst nicht alle, die geholfen haben, waren Mitglieder unserer Kirchengemeinde. Eins der fünf Rosettenteile hat einer bezahlt, der eine andere Konfession hat und einmal eine andere Heimat hatte. Auch für ihn, denke ich, ist eben unsere Kirche ein Stück Heimat geworden. Und das ist sie für Viele, die zu unseren Gottesdiensten kommen, aber auch für Viele, die eher selten oder nicht zur Kirche kommen.

Aber sie soll und will uns noch mehr sein.

Innen sieht die Kirche nicht mehr aus, wie Ludwig Hofmann sie ursprünglich gestaltet hat. Sie ist heller und wohnlicher geworden. Und Hermann und Friedrich Pohl haben uns eine Predigt in Farbe, Holz und Bronze in sie hinein geschrieben.

Sie beginnt mit diesem Wandbild.

Jedes Mal, wenn wir in die Kirche gehen, gehen wir unter ihm hindurch. Es zeigt uns die Begegnung einiger Jünger mit dem auferstandenen Christus am See Tiberias. Als sie ans jenseitige Ufer gekommen sind, finden sie ihn an einem Feuer sitzend. Und er reicht ihnen Brot und Fisch.

Begegnung mit den Auferstandenen, das soll auch uns in der Kirche geschehen. Darauf sollen wir uns freuen. Und es sind eben nicht Pfarrerin oder Pfarrer oder Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, die uns im Abendmahl seine Gaben reichen. Er selbst ist es. Er gibt uns Anteil am ewigen Leben, das wir ganz erfahren, wenn wir dann auch drüben angekommen sind. Begegnung mit dem Auferstandenen und dadurch grundlegende Veränderung – darum geht es in der Kirche und nicht um ein Bisschen Wohlfühlen und Nettsein zueinander.

Und wenn wir die Innentür, die Glastür öffnen, vorsichtig, denn jetzt, wo es wieder kälter wird, hängt sie ein wenig an den Bodenfliesen, dann berühren wir die Bronzegriffe. Die wenigsten von uns werden sie sich schon einmal genauer angesehen haben. Sie zeigen uns Bilder der Rettung und Bewahrung. An der Außenseite sehen wir die Arche, das Schiff der Rettung. Oben sehen wir den Griff der linken unten den der rechten Tür. Ein Bild.

Vor dem Hintergrund des Drachen, der das Böse und das Chaos, das Unbeherrschbare und den Untergang symbolisiert sehen wir die Tiere, die vor der Welle ganz rechts zum Schiff ganz links fliehen. In der Tür der Arche Noah und die Seinen.

Ein Zufluchtsort vor unseren Sorgen und allem, was auf uns einstürmt, ein Schiff auf den Wellen des Lebens will, soll und kann uns unsere Kirche sein. Bewahrung und Geborgenheit bei Gott suchen wir hier und können wir hier finden.

125 Jahre lang haben Menschen nun ihre Sorgen und ihre Freuden in dieses Haus gebracht: Taufe, Konfirmation, Trauung, Fürbitte für Verstorbene, Dankbarkeit und Sorge, Trauer und Freude, Bitte um Kraft und Mut, Dank für Durchhalten und Bewahrung.

Etwas von all dem ist zurück geblieben zwischen diesen Mauern. Das kann man spüren, wenn man ruhig wird in dieser Kirche und bei sich und Gott ankommt. – Freilich nicht, wenn man sich nicht loslassen kann, wenn man nur um sich selbst kreist und darum, was andere von einem denken.

Loslassen können und ruhig werden. Wenn die Kirche uns nicht mehr schenken würde als das, wäre uns viel geholfen.

An den Wänden des Altarraums finden wir Szenen aus dem Leben des Propheten Elia, von dem so oft auch im Neuen Testament die Rede ist, wenn Menschen beschreiben wollen, was sie in Jesus sehen und erfahren. Oft sagen sie dann, Elia sei in ihm wiedergekommen.

Elia hat sich durch seinen Einsatz für Gott die Regierenden zu Feinden gemacht. So wird er verfolgt und steht oft am Rande des Todes. Ebenso oft aber erlebt er auch Rettung und Bewahrung. Hier sehen wir ihn mit einer Witwe und ihrem kleinen Sohn, die selbst nicht genug zu Essen haben, aber das Wenige mit Elia teilen und dadurch mit Elia gerettet werden.

Wir sehen und hören, dass der Segen Gottes nicht kleiner wird, wenn wir ihn teilen. Wir sehen und hören, dass wir ein Teil des Segens werden, wenn wir weitergeben von dem, was wir in unserer Kirche empfangen.

Hier sehen wir den alten Elia mit seinem jungen Schüler und Nachfolger Elisa und zwischen ihnen eine Rose. Diese Rose steht für Jesus. Dass man die Wurzel sehen kann, nimmt das Wort von der Wurzel Jesse auf. Jesse war der Vater Davids und aus dieser Wurzel, dieser Ahnenreihe sollte der Messias, der Vollender von Gottes Willen kommen. Das ist für uns Christen Jesus. Elia geht mit großen Schritten auf diese Blume Jesus zu. Die Bibel sagt uns, dass Elia nicht gestorben, sondern von Gott direkt in die Ewigkeit genommen worden sei.

Wie Elia gehen auch wir auf allen Wegen Gottes Ewigkeit entgegen, die uns in Jesus geschenkt ist.

Der junge Schüler des Elia, Elisa , hält den Mantel des Propheten in Händen. Was es damit auf sich hat, will ich heute nicht erklären. Sie können das selbst in der Bibel im zweiten Buch der Könige nachlesen. Schaden wird das Ihnen sicher nicht.

Elisa blickt staunend nach oben. Er sieht, was Gott an Elia tut. Er sieht für einen Augenblick eine Spur von Gottes Handeln. Wenn wir seinem Blick folgen, dann sehen auch wir, was Gott für uns getan hat und immer neu tut. Weit über der Kutsche des alten Testamentes sehen wir mit Elisa das Mittelfenster des Altarraums.

Gottes Sohn geht unseren Weg bis in ein schmerzvolles Sterben. Gott geht mit uns – immer und überall. Und so wie er mit uns geht, werden wir zuletzt mit ihm gehen auf die andere Seite, wo er schon auf uns wartet, wie wir es im Bild über der Eingangstür gesehen haben.

Noch viel wäre zu sagen von den Bildern in unserer Kirche an den Wänden, am Altar, am Tauftisch, am Lesepult, am Kerzenständer und an der Kanzel. Einiges davon hat uns Gerhard Vorländer aufgeschrieben. Wir haben das Faltblatt, das er verfasst hat, für Sie kopiert. Es liegt am Ausgang bereit.

Noch mehr können Sie freilich lesen in dem Buch, das dieser Adler in seinen Krallen hält und uns bringt.

In den Ecken der Kirchendecke sehen wir ihn und die drei anderen Symbole für die vier Evangelisten, die uns von Jesus berichtet haben.

Vier Sternbilder, die über Kreuz am Himmel stehen und den Himmel zu tragen scheinen, haben die Alten als Zeichen für die Evangelien gewählt.

Denn die tragen für uns und zu uns den Himmel. Und davon soll zu hören sein in unserer Kirche in jedem Gottesdienst an schweren und an leichten Tagen.

Leider können wir nicht einfach in der Kirche bleiben. Und leider sind wir noch nicht in der Ewigkeit angekommen. Erst einmal gilt es noch, das wunderbare Leben zu leben, das Gott uns geschenkt hat.

Aber den Segen, der in unserer Kirche wohnt, können wir hinaustragen in unser Dorf

und weit darüber hinaus.

Eine Zierde der ganzen Gegend ist unsere Kirche, hat Pfarrer von Oven geschrieben.

Von weitem grüßt sie über das Tal, spricht uns von Heimat und erinnert uns, was wirklich zählt.

Eine Zierde der ganzen Gegend.

Möge das auch für die Gemeinde wahr werden, die sich heute und in Zukunft in ihr versammelt.

Amen.

(Brigitte Hagen)

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